• Hauptversammlung – 12. April 2019

Hauptversammlung – 12. April 2019

20.05.2019 Lukas Pfiffner

An der Versammlung des kantonalen Hauseigentümerverbandes in Herisau geht es unter anderem um den Sicherheitswahn, die Verwässerung sowie ums Augenmass. Und der Präsident setzt ein sportliches Ziel.

«Ich weiss nicht, was wir gemacht hätten, wenn die Lawine auf der Schwägalp ein Jahr früher niedergegangen wäre», sagte Ernst Bischofberger, Präsident des Ausserrhoder Hauseigentümerverbandes HEV. «Wohin hätten wir mit 750 Leuten gehen sollen?» Die Jubiläumsveranstaltung «100 Jahre HEV AR» vom Frühling 2018 sei ein grosser Erfolg gewesen, ergänzte er am Freitag: Der «Marktplatz» auf der Schwägalp und die Hauptversammlung auf dem Säntis hätten ein positives Echo ausgelöst.

Die 101. Mitgliederversammlung fand nun im gewohnten Rahmen statt – im Herisauer Casinosaal. 350 Personen nahmen teil, nebst vielen Gästen 197 Stimmberechtigte.

Gegen die Verwässerung der persönlichen Verantwortung
Ernst Bischofberger ergänzte den schriftlich abgegebenen Jahresbericht mit einleitenden Ausführungen. So kritisierte er die Einflussnahme der öffentlichen Hand, etwa in Bezug auf Richtlinien für Fenstergläser oder Geländerhöhen. «Die persönliche Verantwortung mit Gutachten und Analysen von Beratern und Juristen zu verwässern, hat Hochkonjunktur.» Der HEV setze sich dafür ein, dass der Sicherheitswahn auf politischer Ebene nicht überborde.

Bischofberger ging auch auf das Thema Eigenmietwert ein. Nun bewege sich in Bern etwas, womit dieser Dauerbrenner vielleicht doch nicht zum Dauerärgernis werde. «Schauen wir einmal, ob unsere Politiker bei der Beratung im Parlament dann immer noch für die Abschaffung sind.» Im laufenden Jahr soll das kantonale Energiegesetz revidiert werden. Ziel sei, die Empfehlungen der Energiedirektorenkonferenz in dieses einzubauen. «Der HEV fordert, dass diese Anliegen in unserem Kanton mit Augenmass umgesetzt werden. Würde der Kantonsrat eine übereifrige oder harte Umsetzung beschliessen, wäre eine Ergreifung des Referendums denkbar.»

«Nun wieder ein normales Jahr vor uns»
Die traktandierten Geschäfte wurden in nur 60 Minuten abgewickelt: Bei keiner Abstimmung gab es Widerspruch oder eine Wortmeldung. Die Jahresrechnung schloss bei Einnahmen von rund 300000 Franken mit einem Gewinn von 500 Franken. Weil die Sponsoringbeiträge deutlich höher ausgefallen seien als budgetiert, habe man im Zusammenhang mit dem Jubiläumsanlass weniger Rückstellungen auflösen müssen als angedacht, sagte Ruedi Aerni, der Leiter der Geschäftsstelle des HEV. «Nun haben wir wieder ein normales Jahr vor uns», meinte er bei der Präsentation des Budgets. Dieses sieht bei rund 266000 Franken Ausgaben einen ausgeglichenen Abschluss vor. Die Jahresbeiträge bleiben gleich. Es lagen keine Rücktritte aus dem Vorstand vor. Für die nächste Amtsperiode von vier Jahren wurden dessen Mitglieder und Ernst Bischofberger als Präsident bestätigt.

Per 1. Januar 2019 weist der Verband 4212 Mitglieder auf. «Das bedeutet innert zehn Jahren eine Zunahme um 33 Prozent, obwohl wir nicht einen Drittel mehr Häu- ser im Kanton haben», meinte der Präsident. Bald jeder dritte Hauseigentümer sei Mitglied; dies helfe bei der politischen Meinungsbildung. «Unser Ziel, in spätestens zehn Jahren das 5000. Mitglied zu begrüssen, ist sportlich, aber realistisch.»